IFPI fordert Netzzensur von ISPs

2007-12-27 11:31

Mit ihren Vorschlägen in einem Positionspapier, welches an das EU-Parlament gerichtet ist, fordert die IFPI ISPs dazu auf, dass sie den Traffic ihrer Kunden nach den Wünschen der IFPI zensieren!

Einmal sollen bestimmte Protokolle geblockt werden, wenn diese Protokolle "mit verschiedenen Datentransfers assoziiert sind", wobei auch legale Angebote wie Jamendo, UrT oder diverse Linux-Distributionen diese Protokolle verwenden. Dabei ist man bei der IFPI wieder komplett blind gegen mögliche Folgeschäden durch diese Blockkaden. Ich denke, viele WoW-User fänden es alles andere als amüsant, wenn sie plötzlich stundenlang auf ihre Updates warten müssten, weil die WoW-Server durch einen großen Ansturm überlastet sind, weil ISPs einfach das BitTorrent-Protokoll blockieren.

Dann soll der ISP im Traffic seiner Kunden nach Audiodateien schnüffeln und in einer Datenbank abgleichen, ob die Datei verbreitet werden darf oder nicht. Hier könnte die IFPI auch Dateien von IFPI-feindlichen Künstlern aufnehmen und diese Blockieren, da die IFPI die Datenbank für dieses Vorgehen stellen will. Dann würde es wieder mal Personen treffen, welche damit nichts zu tun haben.

Ausserdem ist es kein beruhigendes Gefühl, dass mein ISP in meinem Traffic rumschnüffelt. Aber Schnüffelei scheint bei der EU gerne gesehen, anders kann man auch die Vorratsdatenspeicherung nicht erklären!

Als letzte Möglichkeit sollen bestimmte Webseiten blockiert werden. Z.B. unsere schwedischen Freunde der Piratenbucht oder die russischen Vertreter kostengünstiger Musik AllOfMP3. Dass solche Seiten auch oftmals Chancen für neue und gegenüber der IFPI unabhängige Künstler bedeuten wird hier ignoriert.

Ich bin, wer hätte es gedacht, eindeutig gegen solche Zensur-Massnahmen, vorallem wenn das ganze EU-weit durchgeführt werden soll. Anscheinend scheinen die Befürworter des ganzen sich keine Gedanken darüber zu machen, was sie da eigentlich beschlossen haben wollen! Es bleibt nur zu hoffen, dass diesmal der Protest des Volkes, welches eigentlich vertreten und nicht in seinen Rechten eingeschränkt, mundtot gemacht und überwacht werden soll, hilft, falls das EU-Parlament einen Beschluss dieser Zensur durchbringen will!