Mein PC hat Minz-Geschmack

2009-06-25 16:51

Nachdem ich nun endlich mal dazu kam meine Daten zu sichern, wollte ich meinen PC komplett neu aufsetzen. In meinem Fall heisst das soviel wie meine Festplatten neu partitionieren und Windows sowie Linux neu zu installieren. Nur stellte mich das ganze vor größere Probleme, als ich erwartete.

Zuallererst wollte ich Windows XP neu installieren. Windows hat seine Daseinsberechtigung bei mir nur zum Spielen und wegen Aufgaben aus der Schule, weil wir dort C# mit Visual Studio programmieren und mich MonoDevelop bis jetzt nicht überzeugen konnte.

Eigentlich sollte so eine Installation kein Problem sein. Für einen Installer, der nur einen Textmodus bietet, ist der Windows XP-Installer ziemlich lahm. Aber was kümmerts mich, Hauptsache es tut Dienst! Das erste Ärgerniss kam beim Auswählen der Partition. Windows sollte auf eine IDE-Festplatte installiert werden und weigerte sich zuerst in einer logischen Partition installiert zu werden, die ich mit PartedMagic erstellt hatte. Oookay, da mir die Daten auf der Platte nicht mehr wichtig waren, habe ich Windows unter PartedMagic eine primäre Partition erstellt.

Diesmal klappte die Installation weitaus besser: Windows nahm die Partition an und begann mit der Installation. Irgendwann muss man dann Neustarten und Windows präsentiert einen grafischen Installer.

Bei mir kam leider eine Fehlermeldung und Windows verwies mich auf eine ungültige Partitionstabelle. Okay, was macht man da? Reparaturkonsole!

Wieder von der Windows-CD gestartet, die Reparaturkonsole gestartet und dann fixmbr aufgerufen. Das meldete mir einen Erfolg, also beherzt einen Neustart vollzogen und... trommelwirbel invalid partition table!

Super, also das gleiche auf Englisch. Naja, was will ich eigentlich wirklich mit Windows? Bis ich wieder einen Schulblock habe, ist es noch lange hin. Und spielen tue ich momentan sowieso nicht. Und werde ich wahrscheinlich frühestens mit dem Erscheinen von Diablo 3 wieder. Also gibts ein Linux-Only-System. Und das ganze kommt auf eine SATA-Platte.

Die Distribution meiner Wahl viel von Ubuntu, welches noch in Version 8.10 auf meinem Rechner war, auf Linux Mint 7. Linux Mint basiert auf Ubuntu, erweitert das allerdings von vornherein um z.B. Media Codecs. Außerdem hat es ein schönes Design, obwohl das für mich kein wirklicher Grund ist. Wenn mir das Design nicht gefällt, dann wird es eben geändert. Im Grunde wollte ich einfach mal was neues ausprobieren.

Wo ich gerade dabei bin, kann ich auf noch ein paar Fragen der Blogparade zum Betriebssystem- oder Distributionsumstieg eingehen.

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

Ja. Ich bin regelmäßig auf Distrowatch unterwegs und halte mich über neue Versionen von Distributionen auf dem Laufenden. Alternativen, welche wahrscheinlich auch irgendwann den Weg auf meinen Rechner finden werden, waren Arch Linux und Sabayon Linux.

Bevor ich überhaupt Linux genutzt habe, hatte ich durch meinen Vater schon Kontakt mit Suse Linux. Irgendwann hatte dann mein Rechner einen Totalausfall, inklusive Datenverlust und so ziemlich sämtlicher Hardware. Glücklicherweise hatte ich kurz zuvor von einem Arbeitskollegen meines Vaters seinen alten Rechner geschenkt bekommen, als Dank dafür, dass ich ihm bei der Einrichtung seines neuen PCs und dem Datenumzug geholfen habe. Auf diesem lief dann Linux und so wurde Linux mein Haupt-Betriebssystem by accident.

Zwischenzeitlich habe ich neben Debian und Ablegern lange Zeit Gentoo genutzt und war auch sehr zufrieden damit. Nur war es mir irgendwann zu aufwändig zu warten und so wechselte ich wieder zu Ubuntu. Im Nachhinein gehe ich hauptsächlich auf den Wechsel von Ubuntu zu Linux Mint ein.

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

Ein Update auf Ubuntu 9.04 hätte ich sowieso vollzogen. Welche Gründe gibt es dann für mich noch, die Arch und Sabayon haben ausscheiden lassen? Ganz einfach: das Paketsystem und das Notify OSD.

Ich kenne mich mit Aptitude aus und somit brauche ich keine Umgewöhnungszeit, wie das wahrscheinlich bei dem Wechsel auf Arch der Fall gewesen wäre. Da ich lange Gentoo genutzt habe, hätte ich wahrscheinlich keine Probleme mit Sabayon gehabt. Gut finde ich auch, dass mittlerweile viele Projekte aktuelle Pakete per Launchpad-Repository bereitstellen.

Der andere Grund ist eigentlich nichts weltbewegendes und nichts, was ich wirklich benötige. Aber das Notify OSD von Ubuntu machte einen tollen Eindruck auf mich. Nach kurzer Zeit in Benutzung vermisse ich allerdings die Möglichkeit es an meine Bedürfnisse anzupassen - hoffentlich gibt es demnächst Möglichkeiten dazu!

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

Opera scheint teilweise zu hängen, aber ich vermute dahinter eher Probleme mit Compiz. Wenn das häufiger passiert, werde ich in der Richtung nochmal nachforschen.

Mein Kartenleser für Online-Banking funktionierte ohne Probleme. Okay, diesen Punkt kann ich noch nicht bestätigen, weil ich noch keine Zeit zum Testen hatte. Aber ich habe schon mehrfach darüber gelesen, dass es Probleme bereitet.

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

Es sieht schöner aus :)

Ich habe mich dazu durchgerungen minimale Desktop-Effekte zu aktivieren und in teilweise sehr begeistert. Der ringförmige Window-Switcher gefällt mir sehr gut, die leichte Transparenz bei inaktiven Fenster finde ich auch angenehm.

Das MintMenu finde ich auch sehr gelungen. Vorallem die Favoriten sparen mir Platz auf meinem Gnome-Panel und ich finde die Such-Funktion super. Nun muss ich nur noch rausbekommen, was ich mit dem leeren Platz links anfangen kann - ansonsten blende ich den einfach aus!

Dann gefällt mir, dass das Kontrollzentrum von GNOME, gnome-control-center, die Standard-Anlaufstelle zur Konfiguration ist. In meinen Augen ist es sehr übersichtlich, was ich bei dem von Ubuntu verwendeten Einstellungen-Menü gelegentlich vermisst habe.

Ich musste keine Codecs nachinstallieren, also 5 Minuten mehr Zeit für andere Dinge ;)

Im Vergleich zu Windows und Linux finde ich den Hardware-Support schöner gelöst, es läuft vieles einfach Out-of-the-Box. Außerdem ist die Usability besser. Wenn ich an einem Windows-PC arbeiten muss, dann vermisse ich meistens zuerst mehrere Desktops. Es wundert mich, dass das noch nicht den Weg zu Microsoft fand.

Ansonsten hätte ich gerne eine Shell, wie sie unter Linux zum Standardumfang gehört. Ich bin ein kleiner Konsolero und kann so ziemlich alles auch nur mit einer Shell bewaffnet erledigen. Und viele Sachen eben deutlich schneller als per grafischer Oberfläche!

Bereut ihr euren Umstieg?

Nein! Ich würde es eher bereuen, wenn ich von Linux zu Windows umgestiegen wäre ;)

Ich kann mit meinem System machen, was ich möchte. Ich habe die volle Kontrolle und kann alles verändern, wie ich es möchte!

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Von Windows zu Linux auf jeden Fall!

Von Ubuntu zu Mint finde ich auch keinen schlechten Umstieg, aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden, inwiefern er einen Umstieg für sinnvoll hält. Für alle Unentschlossenen gibt es noch die Möglichkeit das ganze per LiveCD bzw. Dual Boot zu testen.

Gibt es Kostengründe oder Supportgründe für einen Umstieg?

Support in der Linux-Community finde ich allgemein super! Zu Mint direkt kann ich wenig sagen, aber die Community soll sehr aktiv sein. Zumindest in ihrem IRC-Channel ist meistens was los ;)

Kostengründe gab es nicht. Linux ist kostenlos und selbst für meine Windows-Lizenzen musste ich nichts bezahlen, da ich sie im Rahmen meiner Ausbildung bekam. Müsste ich für Windows auch noch zahlen, dann wäre das noch ein Punkt gegen Windows!