Koole Desktop Umgebung

2010-06-03 18:18

Manchmal macht man Schritte, von denen man weiss, dass sie viel ändern werden. Und sei es nur in der Desktop-Umgebung. Ich bin kurz nach dem Erscheinen von Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx) von Linux Mint 8 zurück auf Ubuntu gewechselt. Aber nicht das normale Ubuntu, sondern die Variante mit KDE: Kubuntu.

Ich war vorher sehr angetan von Gnome und hatte auch keine Probleme damit. Auf meinem Netbook liefen irgendwann die Betas der (K)Ubuntu Netbook-Varianten und da hat man dann die Begeisterung für KDE gepackt!

Ich fand KDE immer zu ressourcenfressend. Dieser Eindruck ist noch nicht komplett verschwunden, aber KDE macht einen flotten Eindruck. Mein Dad ist seit jeher KDE-Nutzer und dort habe ich auch die ersten Versionen von KDE SC 4.x miterlebt. Das war noch nicht so ganz mein Fall und ich erinnere mich noch, dass zu Beginn viele Anwendungen noch libs aus KDE 3 benutzten. Diesen Eindruck habe ich mittlerweile hinter mir gelassen.

Die Umgewöhnung ging gut und schnell von statten. Ich versuche noch immer "reine" Desktop-Umgebungen zu haben - keine Mischung aus Gnome & KDE SC in diesem Fall. Aus diesem Grund habe ich auch auf Pidgin verzichtet und Kopete benutzt. Allerdings habe ich das nicht lange durchgehalten und mittlerweile nutze ich Pidgin wieder. Es integriert sich nicht so schön in KDE, aber die Bedienung gefällt mir viel besser.

Ein kleines Manko ist in meinen Augen auch noch Dolphin. Versteht mich nicht falsch, Dolphin funktioniert und macht einen guten Eindruck. Aber ich vermisse einige Dinge, die Nautilus unter Gnome einfach mitgebracht hat:

  • Anzeige von gemounteten Festplatten bei den Bookmarks Mein USB-Stick wird da ohne Murren angezeigt, nur wenn ich mal meine mit TrueCrypt verschlüsselte Festplatte mounte, so wird diese ignoriert.
  • Verbinden auf einen anderen Rechner per SSH Habe ich gerne zum schnelle Dateiaustausch zwischen Netbook & Rechner genutzt, aber auch als Ersatz für ein FTP-Programm konnte man Nautilus nutzen. Bequem und einfach.
  • Feedback beim Kopieren von Dateien Wenn ich Dateien kopieren möchte, dann hat mich Nautilus immer darüber benachrichtigt, dass gerade X Dateien in die Zwischenablage kopiert wurden. Unter Dolphin hat keine solche Anzeige und ich vermisse sie des öfteren, weil ich nicht weiss, ob das mit dem Kopieren nun geklappt hat.

Nautilus ist da schon sehr fortschrittlich, Kai nennt noch ein paar Argumente für Nautilus.

Des weiteren wünsche ich mir KDE-Support von Dropbox. Das ist nun nichts, was direkt Dolphin oder KDE SC betrifft. Allerdings wüsste ich nicht, wie man unter Dolphin den Status von Dateien im Dropbox-Folder anzeigen sollte, da Dolphin keine Badges anbietet. Der Client von Dropbox läuft natürlich ohne Probleme und verrichtet seine Arbeit wunderbar

Nach der ganzen Kritik muss ich allerdings auch mal loben: KDE sieht gut aus. Das Erscheinungsbild lässt sich vielfältig anpassen und besonders positiv finde ich dabei die Möglichkeit neue Themes direkt aus dem Netz laden und einbinden zu lassen! Erspart die manuelle Sucherei & Fuddelei :)

Auch gefallen mir die Widgets Plasmoids sehr gut. Man kann sie nicht nur auf dem Desktop anbringen, sondern auch am Panel, was sie recht vielseitig macht. Und zu guter letzt gibts herausragende Software für KDE, die mir deutlich besser als die Gnome-Pendants gefallen:

Amarok! Amarok ist noch immer der Player schlechthin. Nachdem ich von Exaile zwar begeistert bin,  aber es da immer noch ein paar Krankheiten gibt, die nicht behoben sind (Freeze während dem Durchsuchen der Bibliothek, keine dynamische Playlist-Erstellung mehr möglich), bin ich irgendwo sehr froh wieder mit Amarok Musik zu hören. Leider gibts keine Tabs für Playlisten, das wär noch ein Feature, welches Amarok gut stände.

Und natürlich: Choqok! Unter Gnome fand ich keinen Twitter-Client, der mich so wirklich zufrieden stellte. Pino war ganz nett, aber auch nicht das Wahre. Irgendwie landete ich doch immer wieder beim Webinterface. Chokoq ist da irgendwie anders. Gute Bedienung, ich sehe nicht nur die 15 neuesten Tweets (sondern manchmal auch 200). Einzig für das "neue" Twitter-ReTweet-Feature muss ich gelentlich noch auf die Twitter-Seite - aber das wird im nächsten Release funktionieren (neben einigen anderen, coolen Dingen) :)

Was mir nun noch fehlt sind ein guter Tag-Editor für meine Musik und ein vernünftiger Ripper für meine CDs. K3b habe ich zum Rippen getestet, aber war nicht sehr zufrieden damit (friert ein...). Irgendwelche Vorschläge bei meinen Besuchern?

Mein Desktop unter KDE