Gamescom 2010

2010-08-23 15:45

Was macht man Freitags, wenn man Schule aus hat und so ein miniklitzekleines Bisschen in das Schema eines Zockers passt? Man fährt zur Gamescom nach Köln. Die Gamescom ist der Nachfolger der Games Convention, welche ursprünglich in Leipzig stattfand.

Es war recht ordentlich besucht und vor allem sind mir die Massen an weiblichen Spielerinnen aufgefallen. Scheint so, als sind Computerspiele tatsächlich in der breiten Masse angekommen und auf solchen Messen treiben sich nicht mehr nur pubertierende Jungs mit Brillen und Hochwasserhosen rum. Ich bin begeistert, auch davon, wie viel Arbeit manch einer in eine entsprechende Verkleidung (als Teil eines Cosplay) gesteckt hat.

Meine Zeit, in der ich massenhaft Zeit mit Computerspielen verbracht habe, ist vorbei. Ich bin recht uninformiert was Computerspiele angeht und fiebere auch nur wenigen Titeln entgegen. Einer dieser Titel ist Diablo 3, welches ich aber wegen einer Wartezeit von über 2 Stunden nicht angespielt habe.

Dafür habe ich ein Spiel angespielt, welches als Diablo 2 1/2 gehandelt wird: Torchlight 2.

Torchlight 2 wird das mitbringen, was ich beim ersten Teil massiv vermisse: Multiplayer!!11einself

Das feine war, dass man TL2 auf der Gamescom ohne große Wartezeit anspielen konnte, was ich dann prompt gemacht habe.

Es gab noch keine fertige Version, dafür fehlt noch Content und es war teilweise ein wenig laggy. Aber man konnte sich schon jetzt einen Eindruck vom kommenden Spiel machen - mit anderen im Netzwerk. Das klappte schon recht gut, nur gelegentlich gab es ein Ruckeln. In der Gruppe rumlaufen und Bossmobs zu verprügeln macht definitiv riesigen Spaß!

Zu spielen gab es zwei neue Klassen, den Outlander und den Railman. Neu ist, dass man das Aussehen der Klassen bei der Erstellung beeinflussen kann. Es kann das Geschlecht gewählt werden, ein Gesicht sowie Frisur und Haarfarbe. Das Aussehen hat keinen weiteren Einfluss auf das Spielgeschehen, ist aber gut für eine Unterscheidung im Multiplayer.

Der Outlander schien mir ähnlich dem Vanquisher aus Teil 1 zu sein. Die Skills waren vornehmlich Fernkampfskills.

Anders dann der Railman, welcher mir am meisten Spaß machte. Der Railman ist ähnlich wie die Assassine aus Diablo 2 und sammelt durch Angriffe Aufladungen (Charges), welche durch entsprechende Skills entladen werden können. Das kam mir noch ein wenig overpowered vor, gerade als wir mit einer Gruppe unterwegs waren, die nur aus Railmen bestand.

Die beiden Klassen hatten noch keine vollständigen Skilltrees, so gab es jeweils nur 5 Skills. Ich konnte aber einem der Devs entlocken, dass es wahrscheinlich wieder 3 Skillbäume geben wird. Bei den Skills gibt es Überlegungen Abhängigkeiten oder Synergien zu verwenden, aber eine konkrete Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Überhaupt scheint noch viel in der Luft zu hängen. Icons sahen noch sehr simpel aus, da wird es sicher noch Verschönerungen geben. Das Interface präsentierte sich in neuem Gewand und bot rechts neben dem Button für das Inventar noch freie Plätze. Dort wird es eventuell die Möglichkeit geben zusätliche Taschen mitzunehmen.

Nachdem Torchlight 1 eine tolle Überraschung war und mich noch immer begeistert, bin ich recht sicher, dass die Entwickler mit dem zweiten Teil ein tolles Spiel abliefern werden.

Neben Torchlight habe ich mir noch ein paar andere Spiele angesehen. Darksiders war eines der wenigen, die ich dabei auch angespielt habe. Die Idee gefällt mir, die Steuerung war noch ein wenig Gewöhnungsbedürftig. Ich war sofort in einem Bosskampf, der für mich nicht gut ausging, weil ich mit der Steuerung noch nicht so recht klar kam. Scheint ein netter Zeitvertreib zu sein, nur man merkt die Konsolenherkunft. Die Grafik fand ich ein wenig arm, da können PC-Spiele doch eigentlich mehr hermachen.

Dann gab es noch bei THQ Trailer zu Homefront & diversen Warhammer-Games. Ich mag die Hintergrundgeschichte von Homefront, auch wenn die guten selbstverständlich Amerikaner sind. Die Idee ist interessant, nur ich weiss noch nicht, ob mich die Umsetzung überzeugen wird. Es erinnerte mich sehr an Call of Duty, dass mein Alter Ego keine Lebensanzeige hat und sich anscheinend selbstständig regeneriert. Leider wusste die KI in der Demo, welche von einem Entwickler gespielt wurde, nicht zu überzeugen. Die Gegner tauchten immer wieder an den gleichen Stellen auf und taktische Manver gab es nicht. Dafür eine Menge geskripteter Ereignisse, welche für eine gute Stimmung sorgen.

In Sachen Warhammer 40k gibts bei THQ einiges an Neuigkeiten. Ein Addon für Dawn of War 2, welches allerdings noch ein wenig im Dunkeln gehalten wird. Orks kommen drin vor und Spekulationsweise wird die Inquisition auftauchen. Das vermute ich zumindest bei der Gestaltung des I in Retribution, wie das AddOn genannt wird.

Dann gab es einen erfreulich blutigen Trailer zu Warhammer 40.000: Space Marine. Sieht nach Hack & Slay im Warhammer-Universe aus - großer Space Marine befördert massenhaft Grünhäute mit Bolter und Kettenschwert ins Nirvana. Bislang gibts keine Informationen zu einem Multiplayer-Part, weswegen es ein kurzweiliges Vergnügen werden könnte.

Aber in Sachen Multiplayer soll ein MMO kommen, Warhammer 40.000: Dark Millennium Online. Der Trailer machte leider den Eindruck, als seien die Szenen mit Dawn of War erstellt worden. Trotzdem interessiert mich das Resultat.

Wird man nur "mächtige" Charaktäre spielen können und Massen wie z.B. die Imperiale Armee werden in Form von NPCs realisiert? Ich bin ziemlich gespannt wie das Balancing realisiert wird. Und falls die Kosten dafür nicht unverschämt hoch sind, werde ich wahrscheinlich auch einen Ausflug in die MMO-Welt von WH40k wagen.