German Speedweek 2010: mein Fazit

2010-08-21 12:47

Letzte Woche war ich auf der (German) Speedweek in Oschersleben. Mein letzter Besuch bei der Speedweek war 2007 und die Jahre zuvor war ich regelmäßig dort. Von daher kam ich mit viel Vorfreude auf das Event nach Oschersleben. Wie auch die letzten Male war ich als Teil eines Rennteams dort und somit im Fahrerlager untergebracht.

Einer der Punkte, der mir recht negativ aufgefallen ist, sind die Sanitäranlagen. Dieses Jahr war ich zum ersten Mal im östlichen Teil des Fahrerlagers und die Anlagen dort haben mich nicht begeistert. Von den drei Duschen für Männern kann genau eine benutzt werden. Die Toiletten haben auch schon mal bessere Zeiten gesehen, schienen aber immerhin regelmäßig sauber gemacht zu werden.

Die Duschen im westlichen Teil des Fahrerlagers sind zahlreicher, weil es sich dabei um eine Männlein-Weiblein-Combi-Dusche handelt, aber auch dort ist das Bild nicht unbedingt besser. Die Duschen sind ebenfalls kaputt - und wie mir gesagt wurde ist das nicht erst seit neuestem so. Ich bin nicht sehr begeistert davon und der Ansicht, dass die Reparatur der Duschen keine große Sache sein sollte. Schließlich sollten sich auch die Teams bei ihrem Besuch in der Motorsportarena Oschersleben wohlfühlen, oder nicht?

Nur 8 Stunden Langstrecke

Was ich sehr schade fand ist die Reduzierung des Langstrecken-Rennens auf 8 Stunden. Bei meinen vorigen Besuchen war Oschersleben noch ein Lauf der Langstrecken-WM und dauerte 24 Stunden. Es waren viele Teams anwesend und das Nachtrennen war ne tolle Sache, die einem lange im Gedächtnis bleibt.

Leider ungenutzte Anzeigetafel. Das Endurance-Rennen bildete den Abschluss der Speedweek und oftmals fanden sich ausgeschiedene Teams später im Partyzelt auf dem Infield wieder, wo gemeinsam gefeiert wurde. Das Zelt auf dem Infield war dieses Jahr erst gar nicht vorhanden und auch an Besuchern war weniger los. Das ist nicht nur schade für die Teams der Langstrecke, auch die anderen Rennen, welche zum Rahmenprogramm gehören, haben damit weniger Zuschauer.

Allerdings musste man nicht auf Live-Musik verzichten, am Freitag spielten the Boss Hoss in Nähe der Motorsportarena. Hingegangen bin ich nicht, weil für meinen Geschmack 20€ Eintritt zu viel sind. Zumal das schon der ermäßigte Eintrittspreis für Besucher ist, die schon ein Ticket der Speedweek haben.

Dafür gabs an dem Abend interessante Gespräche mit einem der Veranstalter der GSA, im Hintergrund trotzdem begeleitet durch Boss Hoss.

Die Aussagen von Ralph Bonhorst, Mitorganisator der Speedweek, hören sich für mich sehr nach Schadensbegrenzung an. Die Seitenwagen fuhren bei meinem letzten Besuch noch bei der Speedweek mit und hatten kein eigenes Event. Es war einfach mehr Spaß, mehr Event, mehr Besucher.

Was mir von meinem Team erzählt wurde, so hatte die IDM ein Gastspiel auf der Speedweek und damit begann der Wandel weg von der Speedweek, wie ich sie kannte.

Sinkende Besucherzahlen

Relativ leere Besuchertribüne während der Langstrecke.

Das hatte auch sinkende Besucherzahlen zur Folge. Fans der IDM und Fans von Langstrecken-Rennen würde ich nicht unbedingt viele Überschneidungen attestieren.

Richtige Die-Hard-Fans haben mir die Tage gefehlt, überhaupt haben mir viele Fans, viele Besucher gefehlt. Es war möglich ohne Probleme einen Platz auf der Start-Ziel-Gerade vor dem Start des Langstrecken-Rennens zu bekommen. Daran war damals nicht zu denken, es war alles gerammelt voll.

Sowas ist nicht nur schade für die Stimmung, auch für die Teams.

Für die nächsten Veranstaltungen würde ich mir wünschen, dass die Speedweek wird wie früher, als ich dort war. So hätte ich gerne wieder ein 24 Stunden-Langstrecken-Rennen als Abschluss der Speedweek und zuvor die Rennen anderer Klassen. Gerne darf auch wieder auf der Kartbahn gefahren werden, die dieses Jahr gerade zu verwaist war.

Es sollte versucht werden nicht alles tot zu sparen. Klar, es ist für so ein Event nicht einfach Besucher zu bekommen, aber wenn weiter gespart wird sehe ich die Gefahr, dass noch weniger Besucher kommen werden und irgendwann die Teams nur noch für sich selbst fahren. Die Speedweek sollte versuchen positiv aufzufallen, z.B. durch spannenden 24h-Rennen.

Ich weiss noch nicht, ob ich wieder mitfahren werde, wenn es in den kommenden Jahren das Angebot gibt. Reizen würde es mich, aber dafür muss sich bei der Speedweek was ändern.