Da ist ein Gnom auf deinem Computer!

2011-04-26 22:41

Ich habs mal wieder getan und mein OS gewechselt. Wo vorher ein Kubuntu mit aktuellem KDE seinen Dienst verrichtet hat, ist nun ein openSuse mit Gnome3 in die Fussstapfen getreten. Wie kann man besser ein Betriebssystem testen, als wenn man es tagtäglich nutzt?

Ich habe mir also das openSuse-Image von gnome3.org heruntergeladen, damit das Gnome3 bereits vorinstalliert kommt. Bei openSuse gibt es mittlerweile ein Stable Repository für den neuesten Spross der Gnome-Entwickler.

Nachdem ich den USB-Stick vorbereitet und gebootet hatte, stand ich erstmal vor einem Problem: ich fand den Installer nicht!

Der Grund ist, dass Gnome3 standardmäßig Menüeinträge der Kategorie System versteckt. Glücklicherweise funktionieren die Befehle der Icons weiterhin, ich musste zum Starten des Installers einfach folgendes absetzen:

xdg-su -c "/sbin/yast2 live-installer"

Der Installer führt durch die Installation, welche ohne Komplikationen verlief.

Jungfräuliches Gnome 3

Nun habe ich openSuse bereits ein Weilchen genutzt und bin ein wenig erstaunt darüber, dass VLC nicht in den Standard-Quellen zu finden ist. Aaaaaber es gibt direkt vom Videolan-Projekt Repositories für openSuse, was ich auch sehr fein finde.

Eigentlich wollte ich zum Video schauen ja den mitgelieferten Player Totem nutzen. Doch der wollte mein Video nicht abspielen, weil er der Meinung war, dass die entsprechenden Codecs fehlen. Also hat er mir zwei Pakete genannt, die ich nachinstallieren sollte, was ich dann auch tat. Das Resultat war, dass er mit der Fehlermeldung abbrach, dass die Pakete bereits installiert seien. Funktioniert hats trotzdem nicht. Doof!

Gnome 3 in Action

Ein wenig ungewohnt finde ich momenta noch den mitgelieferten Player Banshee. Mal schauen, ob wir uns anfreunden können oder ob er weichen muss. Trotz kleiner Macken hat Amarok die Latte für Musikplayer ziemlich hoch gelegt.

gnome-tweak-tool

Einer der ersten Schritte in meinem neuen Gnome war die Installation des gnome-tweak-tool, welches es ermöglicht ein paar Einstellungen vorzunehmen, für die es im Standard Einstellungs-Editor keine Möglichkeit gibt. Die Anwender sind in Sachen Einstellungsmöglichkeiten recht beschnitten, was ich als Power-User nicht gerade toll finde.

Man kann leider nicht einfach mal sein Theme wechseln, die Leiste am oberen Rand bleibt dauerhaft angezeigt (ich würde sie gerne automatisch ausblenden) und der Systray wanderte nach unten rechts, wo er erst durch Überfahren mit der Maus sichtbar wird.

Irgendwo machen die Entscheidungen der Gnome-Truppe Sinn, aber ich würde mir trotzdem mehr Möglichkeiten wünschen. Auch ist die Ausblendung aller System-Icons nicht sehr benutzerfreundlich.

Gnome 3 Fensterübersicht

Trotzdem ist der Gesamteindruck positiv, wenn man sich an die Benutzung gewöhnt hat. Entweder über die Aktivitäten-Schaltfläche oben links oder durch die Windows-Taste kommt man in das Gnome-Menü, von wo aus sich Anwendungen starten oder aufrufen lassen. Es gibt keine feste Anzahl an Workspaces mehr, die werden dynamisch erstellt. Dabei kann ich den Starter von Anwendungen einfach auf einen leeren Workspace (ein leerer Workspace ist automatisch immer vorhanden) ziehen und es wird dort gestartet.

Die automatische Generierung der Workspaces macht sehr viel Laune! Anwendungen wechsel ich entweder über Aktivitäten oder per Alt-Tab. Dabei wird automatisch zum passenden Workspace gesprungen. Der Wechsel zwischen Anwendungen sieht gut aus. Allgemein macht die Gnome Shell einen guten Eindruck. Leider hat sich bei mir ein kleiner Grafikfehler in einem der Menüs eingeschlichen.

Manchmal vermisse ich noch die dauerhafte Anzeige des Systray, z.B. bei meinen Messengern. Ich bin gespannt, wann Pidgin und Gajim sich besser in die Gnome-Shell integrieren. Bei Empathy kann ich das Systray zum Chatten nutzen. Das sieht gut aus und ist in meinen Augen mega praktisch.

Ich bin bis jetzt sehr zufrieden, vorallem da die Gnome Shell sich als sehr stabil erweist. Probleme wie unter KDE konnte ich bis dato nicht feststellen. So schnell wird sie mich also nicht los... :)