2 Stunden Diablo 3

2012-05-15 21:24

Nach vielen langen Jahren warten ist es heute so weit gewesen: Diablo III geht live!

Nachdem ich viele Stunden meines Lebens bereits mit dem Vorgänger verbracht habe, war ich neugierig auf das, was hier gemacht wurde. Mit Interesse habe ich im Vorfeld Berichte verfolgt und wusste schon, dass einiges anders werden würde. Aber dazu später mehr.

Zuerst einmal wird installiert, was gefühlt relativ lange gedauert hat. Anschließend gings für mich an die Erstellung eines battle.net-Accounts, ohne den man nicht spielen kann. Einer der Nachteile ist, dass man zum Spielen eine Internetverbindung benötigt - nicht nur zum Login, sondern dauerhaft. Mir ist es einmal passiert, dass ich aus dem Spiel flog, weil die Verbindung zu den Battle.Net-Servern unterbrochen war. Das ist unschön, muss man die Kunden bei einem nicht billigen Spiel noch derart gängeln? Login-Probleme, wie sie heute in den frühen Morgenstunden oder am Abend aufgetreten sein sollen, hatte ich nicht.

Nach der Anmeldung gings an die Charakter-Erstellung. 5 Klassen stehen zur Auswahl und man darf sogar das Geschlecht wählen. Mich hat am meisten die Mönchen gereizt und somit mein erster Char. Altbekannt sind der Barbar und die Zauberin, der Dämonenjäger erinnert mich an die Assassine aus Teil 2 und der Hexendoktor hat ein bisschen was vom Necro.

Ich starte erstaunlicherweise quasi nackt mit nur einem alten Schlagring ausgerüstet. Nach wenigen Metern und den ersten Gegner bin ich in Neu-Tristram angelangt und kümmere mich um die ersten Quests.

Die Story ist gut erzählt, die Gegenden sind wieder zufällig erstellt. Der Eindruck ist gut, immer wieder gibts versteckte Schätze oder auftauchende Gegner. Für große eliminierte Gegnergruppen bekommt man Bonus XP, das gefällt mir gut und gibt Anreize keine Kampfpausen zu machen.

Ich habe einen primären und einen sekundären Angriff. Der erste lädt Seelenenergie auf, der zweite verbraucht sie wieder. Da ich die Energie nur im Kampf aufladen kann, habe ich natürlich auch Interesse daran, dass um mich herum immer Action ist.

Das Skillsystem ist komplett anders. Ich lerne die Skills in festgelegter Reihenfolge beim Level-Aufstieg. Es gibt eine Reihe von Grundfertigkeiten, welche durch Runen aufgemotzt werden. Meinem Donnerschlag verpasse ich eine Teleportfunktion und bin dadurch sofort am Feind, meine Tritte bekomme mit einer Prise Flammen das gewisse Extra.

Neben primärem und sekundären Angriff kann ich vier unterstützende Fähigkeiten auswählen, auch hier bekommt man nach und nach alles, kann aber immer nur eine Fähigkeit einer Art auswählen.

Die Lösung ist gut und verhindert, dass man sich - wie es sicherlich vielen in Diablo 2 passiert ist - verskillt. Wichtiger ist nun, wie man die Fähigkeiten kombiniert und eben auch die eingesetzte Ausrüstung.

Auf Normal kommt man gut gegen die Gegnermassen an. Sollte es doch mal brenzlig werden hat man nun eine Taste, mit welcher man sich einen Heiltrank einwerfen kann. Aber Vorsicht, diese haben nun einen Cooldown!

Die Abwechslung im Gegnerdesign hält sich noch in Grenzen, aber ich habe mit Level 9 noch nicht so viel von der Welt gesehen. Dabei war ich schon stark umtriebig, die Story treibt mich umher. Zwischendurch habe ich immer wieder schmunzeln müssen und mich gefragt, ob dieses oder jenes bewusst eine Anspielung auf alte Zeiten war. Apropo alte Zeiten: man trifft wieder auf alte Bekannte :)

Die Grafik in Diablo 3 wirkt anständig. Es gibt keine großen Überraschungen, es hätte durchaus düsterer ausfallen können. Meinem Kentnissstand nach wird hier noch mit Direct X 9 gewerkelt, weswegen auch Spieler mit älteren Rechnern zum Zug kommen können.

Nervig ist leider, dass der Lüfter meiner Grafikkarte relativ laut dreht und ich nicht sehe, weshalb das so ist. Vielleicht legt Blizzard durch einen Patch nach, vielleicht behebt ein neuer Nvidia-Treiber das Problem. Wie auch immer, momentan nervts, da dadurch der Geräuschpegel im Raum relativ konstant auf einem nicht mehr einfach überhörbaren Level sind.

Nach meinen 2 Stunden Spielzeit bin ich insgesamt recht zufrieden. Die deutsche Übersetzung ist gut, ich habe bisher keinen Grund auf Englisch umzustellen. Man kommt sogar in den Genuss von Blutspritzern und auseinanderfallenden Gegnern. Es gibt viel zu entdecken und ich bin gespannt, wie die Story sich weiterentwickelt!