Mein erster Triathlon

2013-06-03 21:11

"Ich kann das Becken nie wieder verlassen", denke ich. Soeben habe ich so schnell es mir möglich war 400 Meter zurückgelegt - schwimmend. Das Becken ist laut Veranstalter auf 20°C geheizt, es fühlt sich an wie 2 und dazu meine Arme wie Gummi. All die angedachten Schwimmbadbesuche rächen sich genau jetzt.

Irgendwie schaffe ich es doch aus dem Wasser und bin guter Dinge, schließlich bin ich an zweiter Stelle aus dem Wasser. Aus meiner Gruppe von Dreien. Die ersten Schritte sind noch unsicher, zusehr habe ich meine Beine beim Schwimmen belastet. Unsicher, aber zielstrebig gehts zur Umkleide. Schwimmsachen aus und Radklamotten an, dann mit Clickies zum Rad stelzen. Helm auf, Rad von der Stange heben und in Richtung Radstrecke schieben.

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Radfahren, das läuft. All die Kilometer Arbeitsweg, die Fahrten am Wochenende, das hat mich gut auf das hier vorbereitet. Die Kilometer fliegen vorbei und mit ihnen lasse ich die anderen Triathlethen zurück. Die Strecke ist abwechlungsreich, hat schnelle und langsame Abschnitte, lange Steigungen und steile Abfahrten. Es macht Spaß und läuft wirklich gut. Die Strecke ist eine typische Landstraße, mit besseren und schlechteren Straßen. Vorsichtig muss man sein, denn die Strecke ist nicht für die Veranstaltung gesperrt und so gilt die StVO. Ich habe Glück und erlebe fast keinen Verkehr. Bei Kilometer 17 genehmige ich mir noch ein Gel. Gut angelegte Energie, die ich bei einem spontanen Radwettkampf gut gebrauchen kann. Es macht Spaß den Hahn aufzudrehen und ich verstehe gut, dass man sich nicht überholen lassen will. Zweikampf, aufkommendes Wettkampffeeling. Der Berg entscheidet und er entscheidet sich für mich. Vielleicht bin ich auch einfach ein wenig ausgeruhter - neben der Sprintdistanz kann man es hier auch olympisch angehen. Auch wenn ich Tempo mache, gilt es doch mit der Energie zu Haushalten, denn am Ende wartet noch das Laufen.

Der zweite Wechsel klappt gut. Zeit zum Verschnaufen, noch ein paar Schlucke Wasser und für ein Foto posen. Dann schnellen Schrittes in Richtung Laufstrecke. Ich bin dem Tipp gefolgt und habe die letzten Kilometer auf dem Rad mit hoher Frequenz getreten und es scheint wirklich gegen schwere Beine zu helfen. Am Anfang der Laufstrecke steht eine Verpflegungsstation und diesmal nehme ich sie auch mit. Ein Stück Melone, ein Becher Wasser. Nun aber nichts wie los, die letzten drei Kilometer laufen sich nicht von alleine. Das Laufen geht gut, auch wenn ich in letzter Zeit kaum gelaufen bin. Das Laufen ist das, womit bei mir die Begeisterung für Ausdauersport geweckt wurde. Lange war es meine einzige Disziplin, nun sehe ich es als schönen Abschluss.

Auf dem letzten Kilometer ist kein Läufer vor mir. Nun abbiegen, dort lang?! Hoffentlich laufe ich nun nicht falsch. Kein Helfer protestiert, also wird es wohl stimmen. Und da ist ja auch der Zielbogen! Auf den letzten zweihundert Metern fällt mir ein, dass ich das Tempo anziehen könnte und das mache ich dann auch. Klappt gut und schwupps bin ich durchs Ziel. Als Finisher bekommt man eine Brezel und es gesellt sich sogleich der Moderator zu mir, der mich erstmal ausgiebig über meine Fivefingers interviewt. Doch ganz schön außer Atem versuche ich einigermaßen zusammenhängede Antworten zu geben. Ich bin eher schüchtern und dann ein Spontaninterview zu geben finde ich deutlich herausfordernder, als das gerade hinter mich gebrachte.


Es hat Spaß gemacht. Großen! Und nun habe ich es hinter mir. Meinen ersten Triathlon, Jedermann-Distanz. Beim Touristik Triathlon des TV Zeilhard in Reinheim. Das heisst ohne Zeitmessung und ohne großen Wettkampfrahmen - der größte Gegner ist man sich selbst. Die Organisation war gut und die Nachmeldung am Wettkampftag problemlos - ich musste selbst als Nachmelder nicht lange auf meinen Start warten. Die Helfer, bestehend aus Freiwilligen, DRK und Freiwilliger Feuerwehr, waren freundlich, aufmerksam und man wurde als Sportler auf und nach der Strecke gut versorgt. Die Streckenauszeichnung war gut, als einziges Manko auf der Strecke kann ich die Verpflegestelle der Radroute ausmachen: sie lag direkt hinter einer scharfen Kurve und war bei der Anfahrt nicht sofort ersichtlich, weil ein Rettungswagen davor stand. Das Wetter am Wettkampftag war relativ gut, aber der Regen in den Tagen zuvor hat vermutlich dafür gesorgt, dass viele abgesagt haben. Mit ca. 16° fand ich die Temperatur sehr angenehm, der Wind hielt sich in Grenzen.

Es war eine tolle Erfahrung und ich bin froh sie gemacht zu haben. Es hat mir Schwächen aufgezeigt und bewusster gemacht. Richtig Schwimmen lernen muss ich unbedingt, denn da bin ich sehr uneffektiv. An meiner Lauftechnik kann ich auch noch arbeiten und an den Wechseln sowieso.

Ich bin froh, dass mir durch miko in den Hintern getreten wurde und dass sie mich begleitet hat. Alleine wär ich vermutlich nicht derart motiviert gewesen ;)

Ob das auch mein letzer Triathlon war? Ich denke nicht!