Deichbrand Festival

2013-07-23 22:15

There's voices calling in the wind Power to the Peaceful You know it's Power to the Peaceful

—Anti-Flag - Power to the Peaceful

Rückblickend gehört die gute Atmossphäre und umgängliche Security mit zu den Highlights des vergangenen Wochenendes. Die Security sorgte nicht nur für Abkühlung und gute Stimmung während den Konzerten, auch Wasser gabs für die durstigen Kehlen.

Die Sonne hat Überstunden geschoben und mir das erste trockene Festival beschert. Das Schöne an der Nähe zum Meer ist die eine oder andere Briese, die immer wieder übers Gelände fegte. Die war zur Abkühlung bitter nötig, denn Schatten war leider relativ rar gesäht.

Ein Nebeneffekt des Winds war, dass die - nicht nur im Greencamp - reichlich vorhande trockene Erde aufgewirbelt wurde und sich leicht, aber beständig auf Haut und Zelten verteilte. So wurde das Deichbrand auch gleichzeitig das staubigste Festival, das ich je erlebt habe.

Ah, das Greencamp. Das war noch eines der positiven Dinge am Festival. Während mich bei meinem lezten Festivalbesuch der ganze Müll auf dem Zeltplatz ärgerte, ist mit dem Greencamp ein Bereich geschaffen wurden, bei dem Müllvermeidung im Vordergrund steht. Dadurch sah auch am dritten Tag der Zeltplatz ziemlich sauber aus und das trug für mich eindeutig zum Wohlfühlen bei.

Als Schmankerln beim Greencamp gab es dort ein kleines Künstlerdorf und einen öffentlichen Grillplatz. Für das Greencamp war eine gesonderte Anmeldung nötig, die beim Eintritt vorgezeigt werden musste. Ärgerlich war, dass die auf der Festival-Homepage angekündigte Fast-Lane, bei der man ohne Gepäck sein Armband abholt und das anschließend aufs Gelände bringt, nicht beim Greencamp vorhanden war. Somit standen wir knapp eine Stunde auf einem Acker und staubten langsam ein.

Die Stimmung war aber trotz Staub gut. Einige Plätze weiter vorne in der Schlange wurde bereits der Grill angefeuert und auf dem Weg zum Eingang gabs dann die ersten Würstchen. Außerdem haben wir beim Warten unsere Zeltplatz-Nachbarn kennen gelernt - schöne Grüße an Jenny & Dennis! Erwähnte ich bereits die Stimmung? Die war sehr gut!

Gut war natürlich auch die Musik! Das Deichbrand hat für die meisten Geschmäcker Bands parat, von Hardcore über Rock zu Pop bis hin zu Techno war für jeden etwas dabei. Und das sogar größtenteils überschneidungsfrei, da die nur wenige hundert Meter entfernten Hauptbühnen abwechselnd bespielt wurden.

Einen besonders bleibenden Eindruck haben Anti-Flag hinterlassen, die sich am Freitag Abend daran gemacht haben Bewegung in die Massen zu bringen. Noch immer habe ich Death of a Nation in den Ohren und sehe die Circle-Pits zu Turncoat vor meinen Augen. Awesome!

Auch Bosse konnten mich wieder begeistern. Sehr interessant fand ich auch die Broilers, welche ein riesige Fan-Schar dabei hatten. Atari Teenage Riot hätte ich gerne gesehen, war aber am Abend zu kaputt.

Ich weiss nicht mehr wie du aussiehst. Ich kenne keinen Namen. Scheißegal - besoffen!

—LeFly

Am Samstag konnte mich bereits früh LeFly begeistern. Lustige Texte, antreibende Musik und eine lustige Show liessen die Zeit wie im Flug vergehen. Wer die Chance hat sie zu sehen, sollte dies tun!

Auf Frittenbude habe ich mich sehr gefreut, da ich sie schon oft live gesehen und dabei immer gut gefeiert habe. Aber das Set am Samstag war leider nicht so toll und viele gute Lieder fehlten. Fand ich schade, da wär eindeutig mehr drin gewesen. Ich freue mich hier einfach auf das nächste reguläre Konzert der Elektro-Punk-Truppe.

Toll waren auch die Duschfreunde Stiller, denn das war die perfekte Möglichkeit die Dusche quasi für sich alleine zu haben. Es gab übrigens große Duschen mit durchgängig warmen Wasser und gute Toiletten - nicht nur Dixies.

Die erste Stimmungsband am Sonntag war für mich dann Grossstadtgeflüster. Itchy Poopzkid haben mich zuvor nur verwundert zurückgelassen, weil ich mir keinen Reim auf die Fanmassen machen konnte.

Auf Comeback Kid habe ich mich im Vorfeld riesig gefreut und die Kanadier haben sich wirklich Mühe gegeben. Aber die weiträumige Bühne mit dem Graben zwischen ihr und dem Publikum schienen ihnen nicht zu liegen. Ich kann sie mir auch besser in einem kleinen Club mit viel Kontakt zum Publikum vorstellen. Trotzdem war es für mich eine gute Show. Das Deichbrand-Publikum schien leider nur bedingt Gefallen an Comeback Kid gefunden zu haben, denn voll war im ersten Wellenbrecherbereich nicht.

Geärgert hat mich die Tatsache, dass die angekündigte Autogrammstunde anscheinend keine 10 Minuten dauerte und ich leer ausging. Vermutlich war es unglückliches Timing, da die Signing Session mit dem Auftritt von Madsen zusammenfiel. Deren Fanbase hat mich sehr überrascht, es schien quasi das komplette Festivalpublikum bei ihrem Auftritt zu sein - und das, obwohl sie kein Headliner waren. Ich muss zugeben, dass ich nach ihrem Auftritt auch verstehe wieso.

Gefühlt war die Nacht von Sonntag auf Montag die kürzeste. Nachts trug der Wind die After Show-Party zum Zeltplatz und die Nachbarn hatten gute Laune.

Bevor wir die Fahrt in die Heimat angetreten haben, musste allerdings erst einmal das Auto eine Waschanlage finen, denn... habe ich schon den Staub erwähnt?

Wir haben dann noch kurz einen Abstecher ins 10km entfernte Cuxhaven gewagt, den wir uns aber - abgesehen vom leckeren, aber schwer aufzutreibenden Frühstück - auch hätten sparen können. Cuxhaven macht einen ziemlich toten Eindruck. Trotzdem wars ein netter Abschluss für den Urlaub, da wir an der Nordsee spazieren konnten und so immerhin nicht ohne einen Blick aufs Meer geworfen zu haben die über 500km Heimreise antraten.

Ja, wenn ich zurückdenke, dann ware das lange Wochenende wirklich wie Urlaub. Schöner, angenehmer Urlaub. Braun sind wir auch geworden und dabei hatten wir viel Spaß - wie hoffentlich auch die anderen Besucher. Schön wars, Deichbrand. So schön, ich würde wiederkommen!