Berufsverkehr - freiwillig?

2013-11-01 10:40

Ich war diese Woche zwei mal mit einem per Carsharing gemieteten Auto unterwegs. Beides Mal ging meine Reise nach Frankfurt und bei beiden Fahrten erwischte ich den Berufsverkehr.

Und ich war wirklich erstaunt, dass es so viele Menschen gibt, die sich scheinbar täglich diesem Stress aussetzen.

Für kurze Strecken in der Stadt benötigt man durch den zähen Verkehrsfluss viele Minuten. Dazu kommen Fahrer, die sich immer noch bei Grün auf die Kreuzung drängeln und so für kreuzenden Verkehr das Weiterkommen behindern.

Das langsame Vorkommen scheint dann auch mit dafür verantwortlich zu sein, dass die Fahrer alles andere als entspannt scheinen und ständig irgendjemand hupt.

Selbst auf der Autobahn ist es zur Feierabendzeit rappelvoll und ein zügiges vorankommen ist kaum möglich. Man steht rum und bläst Abgase in die Luft - was besonders in Wohngebieten ziemlich unangenehm für die Menschen in der Nähe ist.

Ich kann mir nach diesen Erfahrungen kaum vorstellen, dass sich jemand jeden Tag einen solchen Aufwand macht, nur um die Illusion des zügigen Vorankommens oder der Unabhängigkeit vom ÖPNV hinzugeben.

Ich denke, dass besonders das Rhein-Main-Gebiet über eine ziemlich gute Nahverkehrs-Infrastruktur verfügt und es relativ gut möglich ist damit schnell von A nach B zu kommen. Es gibt an vielen Stellen Park and Ride-Parkplätze, die es ermöglichen bequem zu einem Bahnhof zu kommen, um dort mit der Bahn weiter zu fahren. Wer in der Stadt zu lange Wege beklagt, dem kann ich ein Fahrrad nahelegen. Die gibts auch als platzsparende Klapp-Version. Oder vielleicht ist ja ein Tretroller von Interesse.

Wie kommt man auf die Idee, dass es ein viel schnellerer Arbeitsweg sei, wenn man jeden Tag im Berufsverkehr im Stau steht?