ffm.de Relaunch - und wieso das ein schlechtes Signal sendet

2014-04-16 08:45

Vorgestern verschwand der Bürgerhaushalt, den man zuvor unter ffm.de fand. Und gestern tauchte dann ffm.de mit neuem Inhalt auf. Ganz neu mit dabei der Punkt Mängelmelder. Man kann nun von seinem Browser aus auf einer Karte einen Punkt auswählen und diesen mitsamt einer kleinen Beschreibung an die Stadt Frankfurt melden, so dass diese sich darum kümmert.

Keine neue Idee, gabs doch schon? Ja, genau das wurde bereits seit den Frühzeiten von Frankfurt Gestalten angeboten. Und das funktioniert auch in der neuen Version noch - ja, ist sogar einer der elementaren Teile von FG. Wir wollten schon immer eine Plattform bieten um Politik mitgestalten zu können.

"Gute Ideen werden nun mal kopiert, wo ist das Problem?" mag sich eins denken. Das Problem ist für mich das Signal, dass da von der Stadt kommt. Anstatt eine Kooperation mit den Ehrenamtlichen zu suchen, zieht man sowas lieber ohne sie hoch. Klar, so hat man die Hoheit über die Daten, kann selbst moderierend eingreifen und es selbstständig weiterentwickeln. Aber es war nie so, dass sich FG gegen das Mitmachen der Stadt gesträubt hat, es kam in diesen Punkten einfach kein Input der Stadt. Und ich sehe keinerlei Bestreben der Stadt die Plattform weiterzuentwickeln, schließlich ist es von der sehr geheimnisvollen Firma polidia GmbH entwickelt worden. Und nach all den Bemühungen von FG zu einer Kooperation mit der Stadt kommt der Mängelmelder der Stadt Frankfurt für mich einem Schlag in die Magengrube gleich.

Die Stadt Frankfurt hat vermutlich nicht unerheblich Steuergelder darauf verwendet, dass sie etwas kopieren, was in ihrer Stadt - für ihre Stadt - bereits existiert. Ob aus Ignoranz oder Unwissenheit kann ich nicht sagen, aber beides ist für mich eine schlechte Entschuldigung dafür, dass in einem Jahr 35.000 Euro jährlich aufgewendet werden müssen.

Ich hätte mich um einiges mehr gefreut, wenn man das Geld genutzt hätte das total veraltete Parlis zu überholen und mit einer API auszustatten, um so auch anderen Anwendungen den Zugriff auf die Daten des Parlamentsinformationssystem zu bieten. Und so werden offene Daten mal wieder mit Füßen getreten.

Und Deutschland, du wunderst dich, dass man hier von Politikverdrossenheit spricht?


Wer abseits meiner persönlichen Empfindungen Kritik zu ffm.de lesen will, dem sei hiermit dieser Post im Blog von Frankfurt Gestalten ans Herz gelegt.