Shadowrun Spielleiter: Flexibel bleiben

2015-07-25 17:04

Seit Anfang des Jahres treffe ich mich mit Freunden regelmäßig um Shadowrun zu spielen - die Pen and Paper-Variante. Dabei übernehme ich die Rolle des Spielleiters, schaffe Szenen und Geschichten, bin Verbündeter und Feind zugleich. Für die Spieler sind die Geschichten Missionen, bei denen sie für geheimnisvolle Auftraggeber in der fiktiven Welt (meist illegale) Sachen erledigen sollen.

Für unsere erste Mission habe ich mir sehr genaue Gedanken gemacht über das, was die Spieler erwartet und wie sie reagieren werden. Habe viele Möglichkeiten durchgedacht, mir einen wahrscheinlichen Verlauf vorgestellt.

Und dann musste ich feststellen, dass quasi nichts davon eintraf. Das Team hat sich völlig anders verhalten, hat andere Schlüsse gezogen und für mich unerwartete Wege beschritten.

Das hat mich lernen lassen, dass man als Spielleiter möglichst wenige Annahmen zum konkreten Ablauf einer Geschichte machen sollte. Seit dem versuche ich die Missionsgestaltung freier anzugehen, beschränke mich auf die Umgebung und Umstände der Geschichte sowie deren Ziel.

Und die Spieler überraschen mich trotzdem immer wieder. Während sie das eine Mal ein Blutbad anrichten, sind sie beim nächsten Mal trotz bewaffneter Auseinandersetzung um eine diplomatische Lösung bemüht und niemand wird verletzt. Dabei setzen Sie immer wieder klug ihre Fertigkeiten ein.

Das habe ich dann so doch nicht erwartet, habe Widersacher vorbereitet, Gebäudepläne erstellt. Trotzdem ist die Arbeit dafür nie umsonst, denn das wandert alles in die immer größer werdende Sammlung an Spielleiter-Mitteln. So kann ich auch bei der nächsten unerwarteten Aktion etwas passendes aus dem Ärmel ziehen kann.