Mitfahren bei der Critical Mass Darmstadt

2014-04-17 00:10

Vergangenen Freitag habe ich eine sehr angenehme Erfahrung gemacht, denn ich bin bei einer Critical Mass mitgefahren. Die Gruppe von knapp 20 Radlern begann ihre Fahrt am Darmstädter Marktplatz und fuhr dann quer durch die Stadt.

Da eine Gruppe ab 15 Radfahrern als Verband gilt und eine ganze Fahrbahn belegen darf, wurde das Angebot der StVO gerne angenommen. Dass es entsprechende Regelungen gibt, scheint nicht jeder Autofahrer zu wissen, aber das hat der guten, entspannten Stimmung keinen Abbruch getan.

Die gute Stimmung hat mich sehr überrascht, jeder schien Spaß zu haben. Die Gruppe hat aufeinander acht gegeben und es wurde so gefahren, dass jeder mitkommt.

Ich war nach einer Stunde anderweitig verabredet und habe mich verabschiedet, aber meinen Platz haben andere eingenommen. Es waren einige interessierte Passanten und Radler unterwegs und von den Radlern schlossen sich sogar welche spontan an. Alles gar kein Problem.

Ich hoffe, dass diese Gruppenfahrt für mehr Warhnehmung der Radfahrer als Teilnehmer im Straßenverkehr sorgt. Wenn ich mit dem Renner unterwegs bin kommt es immer wieder vor, dass ich angehupt werde oder mir mehr oder weniger freundliche Gesten zu sehen bekomme. Mein bestes Rezept dagegen ist Lächeln und Winken. Glücklicherweise beschränkt sich die Anzahl der unfreundlichen Autofahrer auf eine kleine Gruppe.

Auch hoffe ich auf eine Wahrnehmung der Stadt, da es zwar ein Bewusstsein gibt, dass Radfahrer existieren, die Straßenführung für Radfahrer in Darmstadt aber in meinen Augen vielerorts nicht optimal gelöst ist. Bei der Straßenplanung war es vermutlich wichtig dem automobilen Verkehr freie Fahrt zu ermöglichen. Einerseits wenig verwunderlich bei der Menge an Autos, die täglich durch Darmstadt fahren, andererseits wäre die Förderung weniger umweltverschmutzender Fortbewegungsmittel deutlich attraktivitätsfördernd.

Zumal ich die Hoffnung habe, dass bei besserer Infrastruktur auch mehr Radler in Darmstadt unterwegs sind. Es ist nicht wie die Niederlande, aber die Steigungen sind überschau- und überwindbar und die Fläche von Darmstadt ist gering genug, dass man keine großen Strecken zurück legen muss. Trotz verbesserungswürdiger Infrastruktur ist für mich das Fahrrad in Darmstadt ganz klar Fortbewegungsmittel Nummer eins. Ich muss nicht warten, bis es fährt und bin ruck-zuck an meinem Ziel.

Wer Lust hat sich selbst ein Bild zu machen, am zweiten Freitag im Monat treffen sich die Radler auf dem Darmstädter Marktplatz. Termine werden angeblich auch auf Facebook und Twitter verkündet.