Erstickungserfahrung

2010-05-28 22:26

Gestern las ich vom Erstickungstot eines Hoteliers. Diese Meldung hat dazu geführt, dass ich mich daran erinnerte, wie mir selbst einmal etwas im Halse stecken blieb - wortwörtlich. Es war kurz nach Ostern dieses Jahr, ich war mit meiner damaligen Freundin bei einem Klassenkamerad, wo wir eine Zwischenstation auf unserer Radtour machten.

Wir saßen gemütlich vor dem Fernseher, entspannten uns nach unserer Etappe und aßen dabei Süßkram. Irgendwo darunter, sehr nett und lecker aussehend, waren gefüllte Schoko-Eier. Tolle Dinger, man hat Schokolade und meist irgendeine Creme-Füllung. Tolle, aber auch ziemlich hinterhältige Dinger.

Irgendwann, nachdem das Ei in meinem Mund ordnungsgemäß zerkaut war und ich schluckte, stellte ich auf ziemlich unerfreulich Weise fest, dass der Kauvorgang noch länger hätte dauern können. Wie lange soll ein Mensch normalerweise an einem Stück essen kauen? 20 Sekunden? 30 Sekunden? Irgendwas um den Dreh rum, meine ich mal gelesen zu haben. Ich hatte zu wenig gekaut und somit nutzte ein Schokoei-Bruchstück meine Unaufmerksamkeit und stellte sich quer.

Und das, liebe Leser, war ziemlich uncool. Im ersten Moment würgte mein Körper. Ich dachte, ich müsste brechen. Wir tranken vorher Wein und als erster Gedanke schoss mir durch den Kopf, dass es wahrscheinlich nach all der Anstrengung zu viel war. Reflexartig stand ich auf und lief Richtung Bad. So langsam merkte mein Körper, dass da irgendwas fehlt.

Es ist ein schreckliches Gefühl, wenn man versucht zu atmen und keine Luft kommt, egal wie viel Mühe man sich dabei gibt. Ich bin froh, dass ich Menschen um mich rum hatte, welche die Lage gut erkannt haben und schnell handelten. Ich hätte ja gerne was gesagt, aber ich konnte nur Japsen. Mehrere beherzte Schläge auf meinen Rücken sorgten dann glücklicherweise dafür, dass dieses kleine Stückchen Schokoladenei irgendwie gelöst wurde und ich konnte wieder atmen.

Erleichterung, Luft in meinen Lungen. Anscheinend hatte ich nach meinem fluchtartigen Aufstehen schon leicht begonnen im Gesicht blau zu werden und die anderen machten sich sorgen, weshalb sie mir nachliefen. Ich bin sehr froh, dass ich unter Menschen war, die schnell gehandelt haben! Falls ihr mal in so einer Situation seit und ihr merkt, dass bei jemanden was nicht stimmt und er anscheinend keine Luft bekommt: handelt!

Lieber einmal zuviel was unternommen als einmal zu wenig.